Fön an, Baby ruhig. Staubsauger an, Baby ruhig. Diese Erfahrung haben viele Eltern gemacht, und daraus ist eine ganze Produktkategorie geworden. White Noise, also gleichmäßiges Rauschen ohne Rhythmus, ist in vielen Kinderzimmern inzwischen Standard. Hier steht, was es tatsächlich macht, was es nicht macht, und worauf du bei Lautstärke und Abstand achten solltest. Ein Einschlafversprechen findest du hier nicht, weil es keins gibt.
Was White Noise macht
Zwei Dinge. Erstens: Es überdeckt. Ein gleichmäßiges Rauschen bei 50 dB macht die zuschlagende Tür, den Hund des Nachbarn oder das Geschirr aus der Küche weniger abrupt, weil der Unterschied zwischen Stille und Geräusch kleiner wird. Das ist der Hauptnutzen, und er ist rein physikalisch. Zweitens: Es wird zum Signal. Wenn das Rauschen jeden Abend zur gleichen Zeit anläuft, verbindet das Kind es nach einigen Wochen mit dem Schlafengehen, ähnlich wie das Abdunkeln oder das Schlaflied. Das funktioniert nicht bei jedem Kind, und es funktioniert nicht ab der ersten Nacht.
Was es nicht macht
Es schläfert nicht ein. Ein Baby mit Hunger, vollen Windeln, Zahnungsschmerz oder Übermüdung schläft mit Rauschen genauso wenig wie ohne. White Noise ist ein Baustein in einer Abendroutine, kein Schalter. Wer das weiß, ist weniger enttäuscht und nutzt es sinnvoller.
Lautstärke und Abstand
Das Rauschen soll den Alltagslärm abfedern, nicht selbst zum Lärm werden. Kinderärzte empfehlen in der Regel, dass am Ohr des Kindes nicht mehr als etwa 50 dB ankommen, das entspricht leisem Regen oder einem ruhigen Gespräch. Daraus folgen drei Regeln. Das Gerät steht mindestens einen Meter, besser zwei Meter vom Bett entfernt, nie im Bett und nie am Gitter. Du wählst die niedrigste Stufe, die die Umgebungsgeräusche gerade überdeckt, nicht die höchste, die das Kind gerade noch toleriert. Und wenn du im Raum stehst und das Rauschen als laut empfindest, ist es für das Kind zu laut. Der Calm+ go ist mit maximal 60 dB am Gerät begrenzt; in zwei Metern Abstand und auf einer mittleren Stufe liegt der Pegel am Bett deutlich darunter.
Durchgehend oder nur zum Einschlafen?
Beides wird gemacht. Für das Einschlafen reicht meist eine Stunde. Wer das Rauschen die ganze Nacht laufen lässt, um Durchschlafphasen zu stützen, bleibt auf einer niedrigen Stufe und beim großen Abstand. Ab dem Kleinkindalter lohnt es sich, das Rauschen schrittweise leiser zu stellen und irgendwann wegzulassen, damit das Kind nicht im Urlaub oder bei den Großeltern ohne nicht schlafen kann.
Der Calm+ go in Kürze
12 Klänge, darunter klassisches Rauschen, Regen und Herzschlag, 5 Lautstärkestufen, maximal 60 dB, 125 g, damit er in die Wickeltasche passt und im Kinderwagen oder Auto mitläuft. Für Babys, bei denen Rauschen nicht reicht und Lärm das Problem ist, etwa Feuerwerk oder Familienfeiern, ist der MINI+ Kapselgehörschutz das passende Werkzeug; mehr dazu im Beitrag Wenn Kindern alles zu laut ist.
Wann zum Kinderarzt
Wenn ein Baby über Wochen kaum zur Ruhe kommt, sehr unruhig atmet oder tagsüber auffällig schläfrig ist, ist das keine Frage für ein Rauschgerät, sondern für die Kinderärztin oder den Kinderarzt.
Hinterlassen Sie einen Kommentar